Jahr für Jahr – Die Geschichte der Stadt in Etappen erzählt
Endingen am Kaiserstuhl - Die Geschichte der Stadt
862: Erste urkundliche Erwähnung Endingens. Ludwig der Deutsche schenkt seinem Sohn Karl als Morgengabe für dessen Gemahlin Richgard mehrere Güter im Breisgau, wovon eines in Endingen lag.
1052: Erste Erwähnung der Herren von Üsenberg. Die Herren von Üsenberg waren ein bedeutendes Adelsgeschlecht der Region, die auch die Geschichte Endingens bis zu ihrem Aussterben 1379 nachhaltig prägten.
1270: In einer Aufzeichnung wird Endingen „in superiori et inferiori Endingen“ (Ober- und Unterstadt) aufgeteilt.
1272: Das Endinger Maß wurde erwähnt. Die Festlegung von Maßen war wichtig an Marktstandorten. Wahrscheinlich gab es in Endingen schon lange vor der Stadtgründung einen solchen Markt.
1285/86: Endingen wird zur Stadt erhoben. Dies ist nur indirekt in Quellen belegt, eine Gründungsurkunde existierte nicht.
1308: Das Amt des Bürgermeisters und der Endinger Rat sind belegt.
1319: Die Stadtmauer in Endingen ist fertiggestellt.
1336 bis 1366: Höhepunkt der Macht Endingens.
1367: Schlacht bei Endingen im Rahmen von Kriegshandlungen zwischen Städten des Breisgaus und weltlichen Herrschern. Der Frieden kam auf Vermittlung der Habsburger zustande und schwächte beide Seiten.
1387: Herzog Albrecht III. von Österreich bestätigt den Endinger Bürgern die Rechte der Stadt. Bereits 1377 bis 1379 wird Endingen als österreichisches Lehen bezeichnet.
1415 bis 1427: Endingen ist Reichsstadt. Die politische Macht der Habsburger war zu dieser Zeit auf einem Tiefstand.
1499: In einer Endinger Urkunde zur Bewilligung eines Jahrmarktes wird der Begriff "vasnacht" genannt.
1564: Die Vorlande bekommen in Erzherzog Ferdinand II. einen eigenen Landesherrn. Erst nach dem Aussterben dieser Tiroler Linie 1665 fiel Endingen wieder an den habsburgerischen Kaiser zurück.
1632: Endingen wird im 30-jährigen Krieg von schwedischen Truppen eingenommen. Bis dahin blieb die Stadt von den Kriegshandlungen verschont.
1751: Anna Trutt aus Wyhl wird in Endingen als angebliche Hexe verbrannt.
1753: Verwaltungsreformen Maria Theresias und Josephs II. mit Neuorganisation der vorderösterreichischen Verwaltung.
1782: Endinger Fasnet, Schauspiel Jokilis Heimkehr
1796: Endingen wird während des Ersten Koalitionskrieges (1792-97) zwischen dem revolutionären Frankreich und einem Bündnis aus mehreren europäischen Großmächten (u.a.das habsburgerische Österreich) von französischen Truppen geplündert.
1805/1806: Endingen wird im Zuge der Neuordnung der Territorien nach der militärischen Niederlage Österreichs gegen Napoleon Teil des Großherzogtums Baden.
1843: Mehr als 350 Menschen aus Endingen und der Umgebung treten von hier die Reise nach Venezuela an, um dort die Colonia Tovar zu gründen. Noch heute unterhält die Stadt einen regen Austausch zu den Nachkommen.
1847: Die Lederfabrik Loesch eröffnet ihre Fabrik, die später zum größten Arbeitgeber in der Stadt wird.
1865: Bau einer zentralen Wasserleitung mit Hausanschlüssen.
1894/95: Die Kaiserstuhlbahn wird zunächst mit dem Teilabschnitt Riegel-Endingen (1894) eröffnet. In Anwesenheit des Großherzogs Friedrich von Baden erfolgt 1895 anschließend die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Endingen-Breisach.
1905: Bau eines städtischen Gaswerkes.
1909: Ein Großbrand zerstört mehrere Häuser am Marktplatz.
Erster Weltkrieg, 1914-1918: Krieg begünstigt die bereits seit einigen Jahren in der Stadt bestehenden wirtschaftlichen Missstände in Landwirtschaft und Industrie, Einquartierung und Verpflegung durchziehender Truppen, Einberufung hunderter Männer, Requirierungen, nach Kriegsende eine Stadt im Grenzland und in der entmilitarisierten Zone
1920: Liefervertrag für elektrischen Strom und Ausbau eines innerörtlichen Versorgungsnetzes.
1920er: Endingen bleibt politisch, trotz örtlicher Absplitterungen, bis zur Gleichschaltung und Aufstieg der NSDAP 1933 eine Hochburg der Zentrumspartei, soziale und wirtschaftliche Probleme bleiben von Kontinuität gekennzeichnet (Missernten, Unwetter, Wirtschaftskrise)
1932: Oskar Daubmann kehrt nach 16 Jahren in französischer Kriegsgefangenschaft nach Endingen zurück. Die Rückkehr wird von den Nationalsozialisten für antifranzösische Propaganda ausgeschlachtet, Daubmann öffentlich gefeiert, der Fall findet internationale Presse. Allerdings handelte es sich nicht um den echten Daubmann, der bereits 1916 fiel, sondern um den Kleinkriminellen Ignaz Hummel. Die Sache flog auf, der Spott für Endingen und besonders die Nationalsozialisten war groß.
Zweiter Weltkrieg, 1939-45: Deportation der Kaufmannsfamilie Hauser, vereinzelte Zerstörungen in der Stadt durch Luftangriffe, Teilevakurierungen, Menschen in den Winzerdörfern leben am Kriegsende zeitweise in Lößhöhlen zum Schutz vor Flakfeuer aus Frankreich.
1950: Endingen wird abermals zur Stadt ernannt, nachdem Städte mit weniger als 15.000 Einwohnern 1921 das Stadtrecht aberkannt wurde.
1964: Der historische Stadtkern wird als Gesamtanlage (§ 19 Denkmalschutzgesetz) unter Schutz gestellt. An der Erhaltung besteht damit ein besonderes öffentliches Interesse.
1970: Endingen und Erstein im Elsass schließen Städtepartnerschaft
ab 1970: Verstärkte Gewerbeentwicklung und Wachstum der Gesamtstadt
1971-75: Im Zuge der Gemeindereform werden die Winzerdörfer Amoltern (1971), Kiechlingsbergen (1974) und Königschaffhausen (1975) eingemeindet und damit zu Ortsteilen der Stadt Endingen
ab 2000: Auszeichnung "König Kunde", Büchermarkt, Antikmarkt, Kirschenfest, Alemannischer Brotmarkt oder Endingen zeigt Flagge: große Veranstaltungen machen Endingen zu einem Einkaufs- und Eventmagnet in der Region
2019: Endingen überschreitet die 10.000 Einwohner-Marke, 10742 Einwohner (Stand: 31.12.2024).