Unsere Rolle im Waldkindergarten / Unser Bild vom Kind

Wir verstehen uns als Lern- und Entwicklungsbegleiter der Kinder. Jedes Kind ist bei uns willkommen und wird mit seiner ganz eigenen Art, seinen Besonderheiten und seiner individuellen Biografie herzlich bei uns aufgenommen. Jedes Kind ist einzigartig und hat sein eigenes Entwicklungstempo. Bei uns bekommen die Kinder Zeit und Raum, um ihren Platz zu finden und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Manchmal im Kreis der anderen Kinder, ein anderes Mal für sich alleine an einem schönen Platz in der Natur. 

 Für unsere bedürfnisorientierte Arbeit ist es wichtig, die Themen der Kinder zu kennen. Deshalb beschäftigen wir nicht die Kinder, sondern versuchen herauszufinden, was die Kinder beschäftigt. Dies tun wir, indem wir ihnen Freiräume lassen und ihnen motivierend zur Seite stehen. Wir wollen die Kinder selber machen lassen und schenken ihnen das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. 

Wir leben den Kindern vor, was uns persönlich wichtig ist. Dazu gehören z.B. ein respektvolles Miteinander, Verlässlichkeit und die Idee der Nachhaltigkeit. Wir geben Sicherheit durch klare Regeln und einen strukturierten Tagesablauf. Gleichzeitig sind wir offen für Neues und Unbekanntes, probieren gerne aus und beziehen die Kinder in unsere Entscheidungen mit ein.

Der respektvolle Umgang miteinander und mit der Natur, sowie eine positive Grundhaltung sind uns wichtig. Mit viel Freude, Liebe und Humor begleiten wir die Kinder durch den Tag und ermöglichen ihnen so, sich selbst und die Welt zu entdecken und zu erforschen. 

 

Ein Tag im Waldkindergarten – Bericht eines Kindes

 

 

Weißt du was? Wenn ich morgens aufwache, dann freue ich mich immer schon auf den Waldkindergarten. Wenn ich dort ankomme, kann ich nämlich ganz viele tolle Sachen machen. Meistens brauche ich aber auch kurz, bis ich richtig angekommen bin. Dann lasse ich mir von einem Erwachsenen ein Buch vorlesen, oder spiele ein Spiel mit ihm im Wurzelstübchen.

Ansonsten spielen wir Kinder fast immer draußen. Dort können wir rennen, springen, klettern oder fangen spielen. Mal sind wir die Feuerwehr, mal Bauarbeiter oder wir sind wilde Tiere. Am liebsten aber spiele ich in der Matschküche, wo ich die tollsten Kuchen backen und die größten Häuser bauen kann.

Irgendwann ist das Spiel aber vorbei und wir müssen alle aufräumen. Manchmal finde ich das zuerst etwas schade, aber das Tolle ist, dass wir dann alle zusammen in den Morgenkreis gehen. Wenn ich Glück habe, dann wird mein Tierzeichen gezogen und ich darf die Kerze anzünden, ein Lied aussuchen und die Kinder zählen. Aber auch so macht mir der Morgenkreis viel Spaß.

Danach gehen wir immer zuerst Pipi machen und die Hände waschen und dann dürfen wir alle zusammen Vespern. Manchmal gehen wir auch erst woanders hin zum Vespern, aber meistens bleiben wir am Platz und gehen danach los. Wir gehen dann in den Wald, oder zum Lehmhang, oder zur Riesenrutsche und manchmal auch in den Dschungel, oder durchs Erleloch zur Quelle oder sogar zum Grillplatz! Wir haben wirklich viele tolle Plätze.

Es gibt aber auch Tage an denen wir gar nicht weg gehen. Oder nur manche Kinder gehen weg und manche bleiben bei der Hütte. Dann basteln, malen oder bauen wir etwas mit den Erwachsenen. Einmal zum Beispiel da hatten wir als Thema Indianer und haben Pfeil und Bogen gebaut und auch Indianerschmuck gebastelt. Das war wirklich toll!

Wenn wir dann von unserem Ausflug zurückkommen und etwas getrunken haben, machen wir den Abschlusskreis. Wir singen dort ein Abschlusslied und spielen ein Spiel oder erzählen, was uns an dem Tag besten gefallen hat.

Und dann holt mich auch schon wieder meine Mama ab, dann freu ich mich meistens, sie zu sehen, aber manchmal da will ich auch gar nicht heim.