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Tourismus
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16.09.2016 - 01.10.2016: Hinterglasbilde...

Maler und Bildhauer Hubert Lang 
blindgrafik

Marktplatzbrunnen

Der wichtigste und größte Brunnen steht am Marktplatz. Vor mehr als 500 Jahren wurde der Marktplatzbrunnen als erster Brunnen mit einer Brunnenschale aus Sandsteinplatten umgeben. Der achteckige Brunnen fasste immerhin 24.075 Liter Wasser, das waren 160,5 Ohm. Er ist der älteste Brunnen dieser Art in Endingen. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Volkbank erlitt der Brunnen im Oktober 1962 eine starke Beschädigung, die in der Bevölkerung einigen Aufruhr verursachte. Danach wurde 1963 eine verkleinerte Kopie aufgestellt.
Der Marktplatz bildet das Zentrum einer mittelalterlich geprägten Stadt. Dies gilt auch für Endingen. Im allgemeinen befinden sich an zentraler Stelle der Stadt das Rathaus, die Pfarrkirche und ein Gasthaus. Zu der Marktplatzgestaltung gehört seit dem späten Mittelalter auch ein öffentlicher Brunnen. Wenn wir diese allgemeinen Feststellungen auf Endingen übertragen, so lassen sich schnell Unterschiede feststellen. Dies beginnt damit, daß Endingen bekanntlich zwei katholische Gotteshäuser hat und die Pfarrkirche weit weg vom Marktplatz steht. Dies ist ein deutlicher Hinweis dafür, dass die beiden Kirchen bereits vor der Stadtgründung standen. Als die Üsenberger 1285 Endingen zur Stadt erhoben, wurde das neue Stadtgebiet mit einer Mauer und einem Graben umgeben. Natürlich wurden damals auch die Stadttore erbaut. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die heutige Hauptstraße angelegt, damit verlor die bisher genutzte alte Römerstraße ihre Bedeutung. Im Zentrum, entlang der Hauptstraße, wurde der Markt abgehalten. Dies war der Bereich zwischen Hauptstraße 60 und Hauptstraße 66, der vermutlich bis Hauptstraße 50 verlängert wurde. Der heutige Marktplatz ist unverhältnismäßig groß. Er entstand frühestens im 16. Jahrhundert und reichte spätestens 1617 bis zur Kornhalle. An der Marktstraße wurde das Rathaus erbaut, 1319 erstmals belegt. Das heutige Alte Rathaus, Marktplatz 1, wurde vermutlich auf dem gleichen Grundstück errichtet. Das Erdgeschoß hatte offene Arkaden und diente als Kaufhalle. Diese wurde um 1715 bei einer Renovierung geschlossen, als der westliche, barocke Giebel erstellt wurde. Die Fruchthalle, im alemannischen als Laube bezeichnet, stand anstelle von dem heutigen Anwesen Hauptstraße 66. Dort wurde 1684 die St. Jakobskaplanei erbaut, denn seit 1617 gab es eine große neue Frucht- bzw. Kornhalle am heutigen Standort.

Im Rahmen der Bedeutung des Marktes und der Stellung der Stadt Endingen ist der Marktplatzbrunnen zu sehen. Es kann durchaus sein, daß der Brunnen ursprünglich in der Mitte der heutigen Hauptstraße stand. In Freiburg lässt sich dies für die heutige Kaiser-Joseph-Straße nachweisen.

Die zeitliche Einordnung des Endinger Marktplatzbrunnens ist trotz der modernen Kopie gut möglich. Die achteckige Brunnenschale besteht aus Sandstein. Der Brunnenstock in der Mitte wird durch eine dreiseitige Pyramide mit Kreuzblumen und Krabben in spätgotischem Stil gebildet. Über der Fiale war eine Kugel mit einer Wetterfahne angebracht. Am Brunnenstock sind drei verschiedene Wappenschilde zu sehen. Die Darstellung des Üsenberger Flügels und der österreichische Bindeschild sind heute noch im Stadtwappen vertreten. Zur genaueren Datierung hilft das dritte Wappen mit Rautenkranz, das sich heute noch in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt findet. Doch was soll das sächsische Wappen in Endingen? Nach dem Aussterben der Üsenberger 1379 hatte sich die Stadt unter den Schutz der Habsburger begeben. Sie folgte damit Freiburg, Breisach, Kenzingen und anderen. Die Habsburger wurden somit die Landesherren.

1478 erhielt Erzherzog Sigismund die Landgrafschaft Breisgau als Lehen, er war somit Landesherr. Er war seit 1448 mit Eleonora von Schottland vermählt. Die Ehe blieb kinderlos. 1480 wurde er Witwer. Danach bemühte er sich um eine neue Ehefrau. Dazu wurde die 15jährige Katharina von Sachsen erwählt. Die Trauung fand schließlich im Februar 1484 statt. Da Sigismund aber im Frühjahr 1490 seine Herrschaftsrechte dem Sohn seines Vetters Kaiser Friedrich III., König Maximilian übergab, so bietet sich als Datierung die Jahre 1484 – 1490 an.

Zum Vergleich: es gibt in Rottenburg ebenfalls einen spätgotischen Brunnenaufbau, dieser ist sogar dreistöckig. Dort sind die Habsburger Kaiser Friedrich III., sein Vetter Erzherzog Sigmund von Tirol und dessen Vater Herzog Friedrich IV. von Tirol dargestellt. Der Brunnen entstand wohl nach 1477. Der Brunnen wurde als Hoheitszeichen errichtet, dies gilt auch für Endingen.

An Heiligabend und zur Eröffnung der Fasnet spielt der Brunnen auch heute noch eine wichtige Rolle.

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